"A SINGLE-CUP COFFEE MAKER DESIGNED TO CELEBRATE A RITUAL OF BREWING BY HAND"

Wäre da nicht die raue Schale der ehemaligen Bleistiftfabrik in der Nähe des East Rivers, die rohe Grossstadtästhetik, man würde denken, in einer Fabelwelt gelandet zu sein. Rustikale Gestelle aus rezykliertem Holz, venezianisch inspirierte Stucco-Wände, drapierte Stoffe, hängendes Moos und Farn. Alles moduliert durch rembrandtsche Licht- und Schattenwürfe. In den Regalen leuchten vor der auberginegetönen Wand riesige gelbverkleidete Teedosen. Heidi Johannsen Stewart hantiert an der Theke mit fingerhutgrossen Tea Cups. Sie wirkt dabei genau so zart wie das hauchdünne Glas in ihren Händen. Während ihr Kompagnon Michael Shannon, eher der Kobold im Fabelland, mit Wikinger-Zopffrisur durch das Tea Atelier herumwirbelt. Nicht lange, und wir sitzen auf altrosa Samtkissen in der Sitzecke des Tasting Room, nippen an einem «Pu-Erh», einem speziell gereiften Tee aus der chinesischen Provinz Yunnan. Er hat einen kräftig-erdigen Geschmack. Heidi Johannsen Stewart zerbrösmelt einen dunklen Fladenkuchen - «der Pu-Erh wird zuerst gedämpft, bevor er seine Form gebracht wird» - auf dem Tischchen. «Ein Ort zum Entspannen und Geniessen.»
Photography: Larissa Franz